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Geschichte der Pfadfinderheime unseres
Stammes Rüdiger Hachtmann ergreift am 1. Oktober die Gelegenheit, ein
Grundstück am Altenhägener Kirchweg von Bauer Lettau aus Altenhagen für den
Stamm zu
pachten. Die Mobil-Oil stellt kostenlos eine ehemalige Büro-Baracke zur
Verfügung, mit Hilfe befreundeter Firmen wird auf dem Grundstück ein
Fundament gegossen und bis Ostern 1960 das neue Heim errichtet. Die
Mitglieder des Stammes helfen bei den Ausschachtungsarbeiten, legen einen
Graben an, um die Versorgungsleitungen vom Hauptweg zum Haus zu legen,
helfen beim Mauern eines massiven Anbaus und kümmern sich um den Innenausbau.
1962 Rüdiger ruft einen Förderkreis für das Pfadfinderheim ins Leben. Mitglieder
sind ausschließlich ehemalige Pfadfinder des Stammes. Der Förderkreis wird
Eigentümer des Hauses und Pächter des Grundstücks, bindet sich aber durch
seine Satzung an den Stamm.
1967/68 In den sechziger Jahren wird das Heim intensiv durch den Stamm genutzt. Das
Haus hat drei Gruppenräume, einen kleinen Schlafraum und eine Küche.
Kanalisation gibt es zwar nicht, aber ein „Plumpsklo“ erfüllt seinen Zweck.
Schwierigkeiten gibt es hin und wieder beim Beheizen der Räume, da nicht
immer ausreichend Brennstoff für die Kohleöfen vorhanden ist und die Öfen
oft schwierig anzufeuern sind. Man entschließt sich daher 1967 die ersten
Ölöfen anzuschaffen. Darüber hinaus wird das Inventar durch eigene Einbauten
und die Anschaffung neuer Möbel verbessert. Die Gruppen des Stammes bekommen
jeweils die Verantwortung für einen der Räume. Die Rasenflächen und der
Obstbaumbestand des Grundstücks müssen vom Stamm regelmäßig gepflegt werden,
da dies eine Maßgabe des Pachtvertrages ist.
1969/70 Mit dem Beginn der „Revolution“ im BDP verändert sich auch die Nutzung des
Heims. Die Gruppenleiter bzw. die Stammesführung und die Rover beanspruchen
nun den festen Anbau für sich allein, er wird als „Clubraum“ hergerichtet.
Die anderen Räume werden jetzt häufig für Feste und Partys genutzt. Mit
sinkender Mitgliederzahl geht allerdings auch die Nutzung und vor allem
Instandhaltung zurück. Die Aktivitäten verlagern sich z.T. in den „bookshop“
in der Mauernstraße. Mit dem Übertritt des Stammes in den Bund der Pfadfinder (BdP) gehen am Heim
einige Renovierungsarbeiten einher. So wird vor allen Dingen der Meutenraum
neu gestaltet. Die Auseinandersetzungen im BDP haben allerdings auch
Auswirkungen auf den Förderkreis, in dem inzwischen auch Eltern von
Pfadfindern und aktive Pfadfinder Mitglied geworden sind. Die alten und
Gründungs-Mitglieder können sich mit dem Wechsel zum BdP nicht anfreunden
und behindern Investitionen und Erneuerungsarbeiten an Haus und Grundstück.
1972/73 Bei einem Einbruch wird im Frühjahr Feuer gelegt. Ttrotz schnellem Eingreifen der Feuerwehr entstehen erhebliche Schäden am Haus so dass sich die Frage stellt, ob ein Wiederaufbau überhaupt sinnvoll ist. Eine Mehrheit im Förderkreises ist nicht gewillt, einen vollen Wiederaufbau oder sogar Ausbau zu finanzieren, obwohl die finanziellen Mittel vorhanden sind. Man einigt sich mit dem Stamm auf eine Teil-Restaurierung und die Prüfung der Möglichkeiten für einen Neubau. Hierzu werden Anfragen beim Bauamt der Stadt Celle gestellt. Dadurch wird bekannt, dass die Planung für die Trasse der Ostumgehung der Stadt Heim und Grundstück mit einschließen und daher jegliche Baugenehmigung ausgeschlossen ist. Auch eine vom DRK zur Verfügung gestellte Baracke, die der Stamm an der Fundumstraße abreißt und zum Heimgelände transportiert, darf nicht errichtet werden. Das Vermögen des
Förderkreises ist aber durch Versicherungsleistungen inzwischen so
angewachsen, dass, wenn man nicht die Gemeinnützigkeit gefährden will, in
ein Pfadfinderheim investiert werden muss. So beginnt Gerd (Gerd Röpke) für
den Stamm nach Alternativen zu suchen und Gespräche mit Jugendpfleger,
Liegenschaftsamt und Grundstückseigentümern zu führen, um später dem
Förderkreis einen Vorschlag machen zu können.
1974/75 Bernd Nitsche trägt den Wunsch der Pfadfinder nach einer neuen
Bleibe den zuständigen Gremien der Stadt vor. Gleichzeitig interessiert Gerds Mutter,
die inzwischen Vorsitzende des Förderkreises ist, Oberbürgermeister
Hörstmann für das Projekt. So kommt schließlich ein positiver Beschluss
der Stadtverwaltung zustande. Dem Stamm werden - unter der
Voraussetzung, dass man den Bewohnern eine neue Wohnung zuweisen kann -.
durch Ratsbeschluss Haus und Grundstück an der
Nienburger Straße zur Verfügung gestellt. Im Beisein von OB Hörstmann, dem Bundesvorsitzenden des BdP Helmut Jung, dem Landesvorsitzenden Frank Helmut Zaddach, dem Stadtjugendpfleger Bernd Nitsche, vieler Eltern und natürlich den Mitgliedern des Stammes werden am 12. Mai die Schlüssel für das „Haus der Pfadfinder“ offiziell übergeben. Nach einer nur viermonatigen Umbauphase, die von Koko geleitet wurde, stehen dem Stamm jetzt fünf Gruppenräume, ein Bad, zwei Toiletten und eine Küche zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das z. T. bewaldete, 3000qm große Gelände Platz für Zeltlager und Spielaktivitäten. Der Förderkreis kündigt den
Pachtvertrag des Grundstücks am Altenhägener Kirchweg und ändert seine
Satzung zu Gunsten der Förderung des neuen Hauses und der allgemeinen
Pfadfinderarbeit des Stammes. 1988
Mit Unterstützung des Fördervereins werden in den ersten Jahren immer wieder kleinere Renovierungen durchgeführt und das Haus so ausgestattet, dass nun auch regelmäßig Gäste aus anderen Vereinen und Stämmen für Lager und Wochenendveranstaltungen aufgenommen werden können. Im August 1988 findet das erste Sommerfest des Stammes auf dem Heimgelände statt; eine Veranstaltung, die zur jährlichen Tradition werden soll.
1997
Am 28. Januar wird nach einem Einbruch das Heim durch einen Brand fast völlig zerstört. Fast die gesammte Ausrüstung des Stammes ist vernichtet. In einer beispiellosen Spenden- und Unterstützungsaktion helfen die Bevölkerung, Eltern, Freunde, Politiker der Stadt und nicht zuletzt die Presse, dass das Haus wieder aufgebaut werden kann. Fast rund um die Uhr arbeiten die Pfadfinder, Eltern und Mitglieder des Fördervereins am Wiederaufbau. So kann das neue Heim bereits zum Sommerfest des Stammes im September wieder eröffnet werden. Neue sanitäre Anlagen, ein Werkraum und eine funktionale Küche machen das Haus jetzt noch atraktiver für die Jugendarbeit.
2006
[Gerd Röpke, Amsterdam, 2007] |
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