Brandanschlag auf das Verdener Pfadfinderheim
Ende Oktober hat es wieder einen Brandanschlag auf das Heim
des Stammes Amelungen in Verden gegeben. Der Schaden ist
diesmal noch höher als vor einem halben Jahr.
Damals hatten schon
einmal unbekannte Täter in der Küche des Hauses Feuer gelegt. Bis
diesmal alle Schäden beseitigt sind, müssen die Verdener
Pfadis bei anderen Vereinen der Stadt unterkommen. Drei
Mitglieder unseres Stammes waren bereits in Verden, um bei
den Aufräumungsarbeiten zu helfen; wie darüber hinaus noch
geholfen werden kann, muss noch geklärt werden.
Spenden können auf das Konto des Freundeskreis der Verdener
Pfadfinder bei der Kreissparkasse Verden (Bankleitzahl
29152670, Konto 10343358) eingezahlt werden.
Gemeinsamer „Heimabend“ von Alt und Jung
„Mann, echt cool, was Ihr damals so auf die Beine gestellt
habt!“… Bei herrlichstem Sommerwetter und
Kaffee und Kuchen ließen sich Ranger und Rover des
Stammes beim diesjährigen Ehemaligentreffen von
den „Alten“ erzählen, wie das so vor fünfzig oder
auch vor dreißig Jahren im Stamm zuging. Fotoalben und
Chroniken wurden gewälzt, staunend kommentiert und mit
Erlebnissen von heutigen Lagern, Fahrten und
täglichem Pfadfinderleben verglichen.
Die
zwanglose „Heimabendatmosphäre“ schaffte unter den
Teilnehmern der verschiedenen Pfadfindergenerationen eine
Vertrautheit, wie sie für Pfadfinder typisch ist. Auch in
diesem Jahr trafen sich wieder
Ehemalige, die sich zum Teil mehr als vierzig Jahre nicht
gesehen hatten. Dem entsprechend groß
war die Wiedersehensfreude. Groß war aber auch bei vielen
die Begeisterung über die aktive Arbeit des
Stammes und unser Heim. Beim Rundgang durchs Haus und
dem Betrachten vieler aktueller Bilder aus dem
Leben des Stammes wurden Vergleiche gezogen zwischen
damals und heute. Dabei hörten die „Jungen“
viel Lob über ihr Engagement und die Entwicklung der
Pfadfinderei in Celle seit 1948.
Das Treffen der
Ehemaligen hat mal wieder gezeigt, wie die Vielfältigkeit
der Eindrücke und Erlebnisse aus der
Jugend ein ganzes Leben prägen können und sogar nachfolgende
Generationen noch motivieren, die
Idee der Pfadfinderei hoch zu halten und weiter wach und
aufgeschlossen zu bleiben.
Es war schön zu sehen,
dass der Jugendverband BdP sich in Celle seiner Traditionen
bewusst ist, sich aber nicht den
Ehemaligen zu Liebe verbiegt oder besonders versucht zu
präsentieren. Das Konzept eines echten
Jugendbundes scheint in Celle aufzugehen.
Wer
übrigens ungeduldig auf das nächste Treffen wartet, sollte
vielleicht schon bald seine Wünsche und
Anregungen dem Stamm mitteilen oder im Gästebuch
unserer Hompage zur Diskussion stellen.
Bundeslager 2009 - Buhlenberg

Rund 4000 Teilnehmer waren zum
BdP-Bundeslager nach Buhlenberg im Hunsrück gekommen. Man
reiste zumeist in Sonderzügen und Bussen aus mehr als 200
deutschen Städten und natürlich auch aus Celle an.
Zehn Tage lang beschäftigten sich die
Pfadfinder unter dem Motto «Seitenweit - schwarz auf grün»
(als Verweis auf schwarze Kohten und Jurten auf grüner
Wiese) mit Kinder- und Jugendliteratur und dem Verfassen
ihrer eigenen Texte. Die Teilnehmer konnten im Vorfeld
wählen, ob sie beispielsweise Hörspiele nach
Astrid-Lindgren-Geschichten aufnehmen, ihre eigenen Gedichte
bei einem Poetry Slam vortragen, Kulissen bauen oder sich
bei Geländespielen austoben wollten.
Darüber hinaus engagierten die
Pfadfinder sich auch direkt für die Gemeinde Buhlenberg.
Unter anderem besserten sie einen Naturerlebnispfad aus und
gestalteten einen Kinderspielplatz um. Mehr über das BULA
hier.
Alt
und Jung - ein Lager, eine Idee
Im
60igsten Jubiläumsjahr unseres Stammes haben die heute
aktiven Pfadfinder fertiggebracht, was in den letzten Jahren
immer schwieriger schien und nach der
wechselvollen Geschichte mit Namens- und Bundeswechsel kaum
noch jemand für möglich hielt: alle Generationen von 1948
bis heute versammelten sich am Wochenende 30.5./1.6.08 auf
dem Heimgelände zu einem gemeinsamen Lager.
Bei den über 60 Ehemaligen war die
Wiedersehensfreude mindestens ebenso groß wie das Erstaunen
bei den jungen Pfadfindern über das enorme Interesse an
dieser ersten Veranstaltung zur Markierung des 60jährigen
Bestehens eines interkonfessionellen Pfadfinder-Stammes in
Celle.
Weder beim gemeinsamen Aufbau von Jurte
und Kohte noch beim nicht enden wollenden Stöbern in alten
Bildern und der Chronik gab es Verständigungsprobleme
zwischen den Generationen. Man war sich einig, dass sich
zwar Methoden und Inhalte im Laufe
der Jahre etwas verändert haben, aber
die Idee der Pfadfinderei und die Werte von Freundschaft,
Hilfsbereitschaft, Naturverbunden-
heit und Toleranz sind geblieben. Daher
hatten die "alten Säcke" auch riesigen Spaß bei einem
Postenlauf mit "viel zu leichten" Aufgaben, den aktiven
Pfadis so ganz nebenbei zu erklären, wie das früher so
war...
Wie in jedem Lager war natürlich auch
die gemeinsame Lagerfeuerrunde und das gemeinsame Essen eine
wichtige Gelegenheit sich auszutauschen und vielleicht auch
die eine oder andere Freundschaft wieder zu verfestigen.
Gerüchten zufolge sollen einige Lagerteilnehmer erst um drei
Uhr nachts in den Schlafsack gekrochen sein...
Bei der Abschlussrunde spürte man ein
wenig Wehmut, dass diese schönen, gemeinsamen Stunden so
schnell vorbei gegangen waren. Aber das Versprechen, sich in
fünf Jahren wieder treffen zu wollen und die Aussicht, jedes
Jahr am Ehemaligenstammtisch beim Sommerfest des Stammes die
alten Freunde wieder treffen zu können, ließ die Runde recht
fröhlich
auseinandergehen.
|
Vom Stamm "Hermann Billung" bis "
Altai Maral"
Chronik der interkonfessionellen
Pfadfinderei in Celle
Am 1. Juni 1948 fing alles auf der Herrenwiese an der
Fuhse an und kaum jemand konnte vermuten, dass die Idee
des englischen Generals Baden Powell für Celler
Jugendliche noch nach Generationen attraktiv und
spannend sein würde.
60 Jahre selbst bestimmte Jugendarbeit im Zeichen des
blau-gelben Halstuchs, der Rautenlilie und später der
"Klilie" war nicht immer leicht und schon gar nicht
gleichbleibend populär. Aber Freundschaft, gemeinsame
Erlebnisse und Abenteuer, Liebe zur Natur und die
Möglichkeit eine eigene Jugendwelt nach eigenen Regeln
zu gestalten, waren immer Ansporn genug,
Pfadfinderaktivität in Celle zu erhalten.
Am 1. Juni 1948 fing alles auf der Herrenwiese an der
Fuhse an und kaum jemand konnte vermuten, dass die Idee
des englischen Generals Baden Powell für Celler
Jugendliche noch nach Generationen attraktiv und
spannend sein würde.
60 Jahre selbst bestimmte Jugendarbeit im Zeichen des
blau-gelben Halstuchs, der Rautenlilie und später der
"Klilie" war nicht immer leicht und schon gar nicht
gleichbleibend populär. Aber Freundschaft, gemeinsame
Erlebnisse und Abenteuer, Liebe zur Natur und die
Möglichkeit eine eigene Jugendwelt nach eigenen Regeln
zu gestalten, waren immer Ansporn genug,
Pfadfinderaktivität in Celle zu erhalten.
Wenn in diesem Jahr die Kinder und Jugendlichen vom 1.
bis 7. Juni das Jubiläum ihres Stammes feiern, dann
werden vielleicht viele Erwachsene in Celle sich wieder
an ihre Jugend erinnern, ein bisschen von Lagern und
Fahrten träumen und die Gelgenheit nutzen, bei den
Pfadis an der Nienburger Straße vorbei zu schauen. Aber
auch bei einer Veranstaltung am 7. Juni in der
Innenstadt wird es viel Gelegenheit geben das Gestern
mit dem Heute zu vergleichen.
Unser Tüchlein ist auf seine letzte Fahrt gegangen
Ein
Nachruf vonGötz Hachtmann

* 1. September
1943 -
† 4. August 2011
Wer
erinnert sich nicht an unseren Freund und Altpfadfinder, an
den durch und durch engagierten BDPler „Tüchlein“, Peter
Thuge? Bereits 1956 kam er in den Stamm Hermann Billung, war
als 13-jähriger Junge von der Pfadfinderei begeistert und
hat sich mit allem, was ihm zur Verfügung stand für den BDP
in Celle eingesetzt.
Seine
Mutter, die ihn alleine aufgezogen hatte, freute und sorgte
sich zugleich, dass ihr Peter bei den Pfadfindern des BDP in
einer „Sippe, in der sich überwiegend Arbeiterkinder
versammelt hatten“, eine neue Heimat gefunden hatte. Stolz
auf die Ausbildung in der Bohrmeisterschule in Celle hat
Tüchlein beim Aufbau des Pfadfinderheimes des BDP am
Altenhäger Kirchweg maßgeblich mitgewirkt. Er wußte von der
Baubaracke, die von der Mobiloil (am Maschweg in
Westercelle) zur Verfügung gestellt wurde und zum Altenhäger
Kirchweg gebracht wurde.
Seine
wesentlichen pfadfinderischen Erfahrungen in der Sippe
„Wildkatzen“, der Sippe " Blaue Löwen", im Trupp „Tiger“,
insgesamt im Stamm Hermann Billung
(1956-1969) und als ehemaliger Heimwart am
Altenhägener Kirchweg haben ihn und sein Leben geprägt.
Tüchlein war bis zum Schluss zäh, kritisch und in seinen
Nachfragen sowie seinem Engagement oft nicht zu bändigen.
Ein echter Querkopf, der „seine Lebenskerze von beiden
Seiten brennen ließ“, wie es sein Freund Oskar Ansull aus
Celle und Berlin wohl treffend bezeichnet.
Tüchlein war ein vehementer Verfechter der aktiven
Weiterentwicklung des BDP als fortschrittlicher und
außeinandersetzungsfreudiger Jugendverband. Ende der 60-iger
Jahre ging er nach Berlin – auch durch eine lange Zeit
glückliche Beziehung zu Kieli und ihre Tochter Lale. In
einem BDP-Sommerlager in Geretsried in Bayern, einem
deutsch/französischem Jugend- und Theatercamp hatte Kieli,
die im BDP in Berlin aktiv war, Tüchleins Lebensweiche in
Richtung Berlin gestellt.
Die
politischen Auseinandersetzungen in der Jugendarbeit dieser
Zeit, die gesellschaftlichen Veränderungen und die
Gestaltung der praktischen Umwälzungen im Berliner BDP
ließen ihn fortan auch in der Umweltpolitik, der
Stadtteilpolitik und schließlich mehr und mehr auch in der
Alten- und Pflegepolitik an der Basis aktiv werden. Auf den
zahlreichen Demonstrationen gegen AKWs, Neonazis und gegen
manch restriktive Entscheidungen des Berliner Senats
war er trotz gesundheitlicher Einschränkungen aktiv dabei.
Er verstand sich als „linker Rebell“, suchte seine
politische Heimat über die Grünen hinaus zeitweise bei den
„Grauen Panthern“ und schließlich bei der „Linken“. Kurz vor
seinem jetzt 68. Geburtstag am 1. September 2011 „...ist er
mit 68, der alte alt-68er gegangen. Ein hartes Holz!“ (Oskar
Ansull).
1988
organisierte Tüchlein von Berlin aus ein Treffen der
Ehemaligen im BDP Celle. Dazu trug er Adressen zusammen und
mobilisierte er viele Alt-BDPler, hat aber kurzfristig die
Verantwortung abgeben müssen, da er vom Alkohol aus der Bahn
geworfen wurde. Wie schon vorher so manches Mal zerstörte er
damit die Früchte seines bewundernswerten Engagements.
Zum
60-jährigen Jubiläum des BDP/BdP im August des Jahres 2008
haben wir Tüchlein durch seine Krankheit schon sehr
angegriffen in unserem Kreis erlebt.
Oskar
Ansull brachte dies auf den Punkt: „Was, wenn Peter Tüchlein
nicht mit Flasche und Glas auf freundschaftlichem Fuß
gestanden hätte?? ... aber diese Zähigkeit, diese Gene, die
lassen die Menschen eigentlich älter werden. Nur, was machen
sie dann? dann werden sie älter und keiner findet sie, wenn
es dann ernst zum Abschied geht. Keiner kommt mehr. Ach, ein
karges Feld!“
Er
ist einsam in seiner Wohnung in Berlin-Treptow gestorben. In
Erinnerung werden uns „... seine ganze Art zu Reden, seine
Gesten und seine Aufregungen [bleiben] und wie er voller
Projekte und Ideen und Ansichten sich durchs Leben
manövrierte ...“
Noch
am 7. August 2008 schrieb er mir in einer Mail: „Am Sonntag
will ich mal mit der ‚Wappen von Celle’ nach Bannetze und
Retour fahren, ansonsten bin ich beobachtender Tourist“.
Daraus wird nun leider nichts...
Celle, den 25. August 2011
|